Über die Alpakafaser

Alpaka ist eine sogenannte intelligente Faser. Sie wirkt temperaturausgleichend und kann bei gleicher Isolierung deutlich dünner verarbeitet werden als z.B. Schafwolle oder andere Naturfasern. Durch diesen einzigartigen Temperaturausgleich ist sie jedoch sowohl im Winter als auch im Sommer angenehm zu tragen. Bei niedrigen Temperaturen speichert Alpakawolle die Körperwärme besser als jede andere Wolle. An Tagen mit hohen Temperaturen stösst die Faser die Wärme ab und schafft so einen einzigartigen Wärmeausgleich. Deswegen sind Pullover aus Alpakawolle die besten Begleiter sowohl im Winter als auch im Sommer. Ausserdem können die Fasern ca. 25% Feuchtigkeit aufnehmen und reguliert nach aussen abgeben. Diese Eigenschaft hält Füsse warm und trocken und schafft ein einzigartiges Wohlfühlklima. Alpakawolle kratzt und knittert nicht und ist gerade für sensible und empfindliche Haut geeignet. Da Alpakawolle kaum Lanolin (Wollfett) enthält, ist sie bestens für Allergiker geeignet und neigt durch die besonders glatte Faserstruktur kaum zum Pilling oder Verfilzen.

Wusstest du schon?

Alpakawolle ist das „Gold der Anden“ und war einst bei den Inkas nur den Königshäusern vorbehalten. Sie wurde daher auch „Vlies der Götter“ genannt. Alpakawolle ist sehr langlebig. In Inkagräbern wurden gut erhaltene Webstoffe aus Alpaka gefunden, welche schon damals komplexe Muster und Bildnisse ihrer Götter enthielten. Alpakawolle wird heutzutage von Designern auf der ganzen Welt als eine

der edelsten Natur-Woll-Fasern geschätzt und findet immer mehr Verwendung. Noch vor wenigen Jahren galt Cashmere als feinste Woll-Qualität, doch viele Kenner entdecken die weiche und elegante Natur-Faser Alpaka für sich und schätzen deren herausragende Eigenschaften.

Im Gegensatz zu Cashmere kommt Alpakawolle in verschiedenen Farbtönen vor. Mit allen möglichen Zwischentönen kommt die Alpakawolle auf weit über 60 verschiedene Farbtöne (von weiss über beige und verschiedene Brauntöne bis hin zu grau und schwarz).

Alpakawolle besitzt eine antibakterielle Wirkung. Im Vergleich zur Schafwolle besitzt diese Wolle äusserst wenig Wollfett (Lanolin). Daher können sich Bakterien auf der Oberfläche nicht vermehren und sterben ab. Diese Eigenschaft verhindert unangenehme Geruchsbildung und schützt vor Ansteckungen und Infektionen. In der Faser enthaltene Eiweissmoleküle übernehmen die Neutralisierung von Bakterien im Schweiss. So bleibt das Kleidungsstück auch nach starkem Schwitzen und häufigem Tragen geruchsneutral.

Alpakawolle ist antistatisch und bietet weiteren Schutz vor statischer Aufladung. Aufgrund der biochemischen Zusammensetzung ist diese Wolle schwer entflammbar (Brennpunkt ab ca. 560°C), schmilzt nicht und bietet Schutz vor UV-Strahlung.

Die beiden Zuchttypen Suri und Huacaya liefern Fasern mit unterschiedlichen haptischen Eigenschaften.

Huacaya

Das Vlies der Huacayas zeichnet sich durch seine wellenförmige Struktur, den sogenannten Crimp, aus.Wie bei den Suris wächst das Vlies auch bei den Huacayas in Bündeln. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die Dichte der Faser, d.h. dass möglichst viel Faser am Tier wächst. Die Huacayawolle fühlt sich warm und flauschig an.

Suri

Das Vlies der Suris zeichnet sich durch seine Lockenstruktur aus. Die einzelnen Faserbündel sind zudem in sich verdreht, dies nennt man Drall. Surifaser weist typischerweise einen starken Glanz auf. Sie fühlt sich seidig und kühl an. Schätzungsweise sind nur gerade 10% der Weltpopulation Suri Alpakas.