Über die Chilies

Chilies haben ihren Ursprung in Südamerika. Von dort aus hat sich die Pflanze über Vögel nach Mittelamerika ausgebreitet. Die Chili ist eines der ältesten Lebensmittel Amerikas. Die ältesten Funde stammen aus der Zeit von 7000 bis 5000 v. Chr. Mit Christoph Kolumbus kam die Chili 1943 nach Spanien. Er nahm irrtümlicherweise an, es handle sich um Pfeffer. Er nannte die Chilis roter Pfeffer (spanisch: Pimienta). Auf den Handelsrouten gelang die Chili nach Asien. In Europa hatte die Chili lange einen schweren Stand. Erst im 17. Jahrhundert mit der Ausbreitung des osmanischen Reiches kam die Chili auf den Balkan nach Ungarn, von wo aus sie sich nach Mitteleuropa ausbreitete. Heute ist Chili das Gewürz, das weltweit am weitesten verbreitet angebaut und verwendet wird.

Die Schärfe der Chilies

Der Stoff Capsaicin ist für die Schärfe der Chilis verantwortlich. Es ist der Oberbegriff für fünf Alkaloide. Jedes dieser Alkaloide hat eine unterschiedliche Wirkung. Manche brennen sofort, andere erst mit Verzögerung, dafür langanhaltend. Capsaicin dockt an den Schmerzrezeptoren im Mund an. Diese leiten die Information ans Gehirn weiter, dass der Mund verbrennt, obwohl dem nicht so ist. Der weit verbreitete Glaube, Chilis können einem den Geschmackssinn rauben oder den Magen verätzen stimmt so also nicht, da das Capsaicin unser Gehirn lediglich täuscht. Der Körper reagiert auf den Genuss von Chili sofort. Er schüttet Endorphine aus, um den Schmerz zu ertragen. Die Endorphine können zum sogenannten Pepper-High führen, da es sich bei Endorphinen um die sogenannten Glückshormone handelt.

Nimmt man einen Schluck Wasser in den Mund, so nimmt der Schmerz kurzzeitig ab, schlägt danach aber wieder mit voller Wucht zu. Capsaicin ist nicht wasserlöslich, daher ist Wasser nicht geeignet, um den Schmerz zu stillen. Fett und Alkohol binden das Capsaicin. Daher sind Lebensmittel wie Milch, Rahm, Käse, Öl, etc. sowie alle Arten von Alkohol geeignet, um das Brennen loszuwerden.

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Die Scoville Einheiten

Wilbur Scoville kam 1912 auf die Idee, die Schärfe zu messen. Dazu wurde Chilipulver in Zuckerwasser gelöst und solange verdünnt, bis keine Schärfe mehr zu spüren war. Diese Verdünnung ergab dann den Scoville Wert oder die Scoville Heat Units (SHU). Diese Skala ist seit über 100 Jahren immer noch in Gebrauch. Lediglich die Messmethoden haben sich verändert. Reines Capsaicin hat übrigens einen Wert von 16 Millionen SHU. Das bedeutet, dass ein Tropfen reines Capsaicin mit 16 Millionen Tropfen Wasser verdünnt werden müsste, um die Schärfe zu neutralisieren.

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Unser Chili Anbau

Alle unsere Chilis wurden von uns auf dem Hof in Handarbeit aufgezogen. Wir beginnen damit jeweils im Januar. Die Chilisamen werden in Anzuchtschalen grossgezogen und wachsen im Wintergarten zu starken Setzlingen heran. Nach dem Umtopfen schreitet das Wachstum voran, von nun an erhalten unsere Chilis Biodünger und Hornspäne. Um Spargelwuchs (langer Stiel, der dann später umknickt) vorzubeugen, werden die Chilis in dieser Zeit mit einem Pflanzenlicht belichtet.

Bald wird es Zeit für das Freiland. Dazu wird das Chilibeet umgegraben. Der Mist vom Herbst sorgt für Nährstoffe und krümeligen, humosen Boden. Nach den Eisheiligen kommen die Chilis ins Freiland. Doch zuvor müssen sie sich während einigen Tagen an die UV Strahlung gewöhnen, damit sie keinen Sonnenbrand erleiden. Von nun an heisst es abwarten, beobachten, giessen und düngen. Ab August sind die ersten Chilis reif und können geerntet werden. Unser Trocknungsgerät läuft nun auf Hochtouren und unser Haus duftet nach frischen Chilis. Die Herstellung unserer Chiliprodukte läuft, bis im Januar alles von vorne beginnt.

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